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Chamomilla

Das homöopathische Mittel Chamomilla zeichnet sich durch seine gute Wirksamkeit bei Säuglingen und Kindern aus. Chamomilla kommt besonders dann zum Einsatz, wenn der Kranke überempfindlich auf Schmerzen reagiert. Lesen Sie hier alles über dieses Mittel, dessen Spektrum weit über die bekannte Wirkung gegen Zahnungsschmerzen bei Babys hinausgeht.

Chamomilla Chamomilla Chamomilla

Was ist Chamomilla?

Chamomilla recutita oder Matricaria chamomilla ist die echte Kamille, die zur Familie der Korbblütler gehört. Ursprünglich war die Kamille in Süd- und Osteuropa verbreitet. Mittlerweile ist die echte Kamille in ganz Europa und auch in Asien heimisch.

Sie zählt zu den ältesten Heilpflanzen und wird schon lange zur Behandlung verschiedenster Krankheiten eingesetzt. Am bekanntesten ist ihre Wirkung bei Magen-Darmbeschwerden sowie bei Entzündungen.

Hauptwirkstoffe der Kamille sind Azulen, das sich durch den Zusatz von heißem Wasser aus dem ätherischen Öl der Kamille bildet, sowie ein Bitterstoff. Azulen wirkt entzündungshemmend und heilungsfördernd, während der Bitterstoff krampflösend ist.

Zur Herstellung des homöopathischen Mittels Chamomilla wird die frische, zur Zeit der Blüte gesammelte Pflanze komplett verwendet.

Wann wird Chamomilla eingesetzt?

Chamomilla soll gegen Schmerzen helfen. Dabei kann es sich um Zahnschmerzen, kolikartige Magen- oder Bauchschmerzen handeln.

Der Kranke ist überempfindlich gegen die Schmerzen, wird zornig und macht geradezu alle umgebenden Personen verantwortlich für diese Schmerzen. Bei dieser typischen Kombination aus Schmerzüberempfindlichkeit und Gereiztheit kommt eine Behandlung mit Chamomilla in Frage.

Typische Krankheiten und Zustände, die gut auf Chamomilla ansprechen:

  • Ohrenschmerzen
  • Zahnschmerzen
  • Zahnungsbeschwerden beim Baby
  • Kolikartige Magen- und Darmschmerzen
  • Blähkoliken bei Säuglingen
  • Durchfall
  • Wundheit im Anal- und Genitalbereich
  • Kopf- und Gesichtsneuralgie
  • Regelschmerzen
  • Schlaflosigkeit

Typische Symptome und Beschwerden, die auf Chamomilla als passendes homöopathisches Arzneimittel hinweisen, sind:

  • große Schmerzempfindlichkeit
  • Gereiztheit, nervöse Unruhe
  • Kinder wollen herum getragen werden und können nicht schlafen
  • Abneigung gegen Berührung
  • Furcht vor Wind
  • Eine Wange ist blass, eine Wange ist rot
  • Die Beschwerden werden besser: beim Autofahren, durch Getragen werden (Kind)
  • Beschwerden werden schlimmer: bei Zorn und Ärger, beim Zahnen, durch Berührung, bei Hitze, bei Wind, durch Kaffee, um neun Uhr morgens und um neun Uhr abends

Diese Symptome können entweder die eigentlichen Krankheitszeichen sein, oder auch als zeitgleich auftretende Veränderungen vom Normalzustand vorkommen. In jedem Fall weisen sie darauf hin, dass Chamomilla ein passendes homöopathisches Mittel für den Kranken sein kann.

Chamomilla für Baby und Kind

Kinder die Chamomilla brauchen sind oft lieb und brav, solange sie gesund sind. Werden sie aber krank, können sie sich in kleine Tyrannen verwandeln.

Diese Kinder finden alles unerträglich: ihre Schmerzen, andere Menschen, sich selbst und auch sonst einfach alles. Schon wenn man sie nur anschaut, reagieren sie übellaunig. Sie verlangen nach Dingen, um sie dann zurückzuweisen, sobald man sie herangeschafft hat.

Das Chamomilla-Kind kann vor Wut toben. Es ist impulsiv, schreit andere an, wirft mit Gegenständen und quengelt ungeduldig.

Die Kinder sind nicht nur emotional überempfindlich, sondern auch auf Licht, Lärm, Gerüche, Geschmacksempfindungen, Berührungen, Hitze, Wind und frische Luft.

Chamomilla-Kinder wollen nicht angefasst werden. Die einzige Linderung bringt allenfalls das Herumtragen oder das Wiegen auf dem Schoß. Die passive, sanfte Bewegung wirkt beruhigend. Setzt man das Kind aber wieder ab, geht das Geschrei erneut los.

Das Chamomilla-Baby oder Chamomilla-Kind kann nur schlecht schlafen, auch wenn es sehr müde ist. Es wirft im Schlaf aber auch im wachen Zustand alle Decken von sich ab.

Auch das Aussehen des Kindes gibt Hinweise auf den möglichen Nutzen von Chamomilla. Die Haut des Kindes kann entzündet sein. Oft ist eine Wange rot und heiß, die andere kalt und blass. Der Kopf ist warm und schweißbedeckt, die Füße sind heiß. Das Kind ist nicht nur psychisch „sauer“. Der ganze Körper sowie Stuhl und Darmgase riechen sauer.

Wollen die Kinder etwas trinken, dann meist kalte, saure Getränke.

Was charakterisiert den Chamomilla-Typ?

Der Chamomilla-Typ zeichnet sich durch Jähzorn und starke Schmerzempfindlichkeit aus. Besonders am Morgen ist er launisch und schnell verärgert. Für die Umwelt sind diese Launen meist schwer zu ertragen, da man es dem Chamomilla-Typ mit nichts recht machen kann.

Vom Grundtypus her handelt es sich um sehr nervöse Menschen, deshalb vertragen sie Kaffee oft überhaupt nicht.

Oft wird das Mittel besonders für die Behandlung von Frauen empfohlen, da diesen die Charakteristika des Chamomilla-Typs besonders nachgesagt werden. Chamomilla-Persönlichkeiten sollen sehr nachtragend sein und können es überhaupt nicht leiden, wenn man ihre Ruhe stört. Einem schlecht gelaunten Chamomilla-Typen sollte man tunlichst aus dem Weg gehen. Ärger und Zorn schlagen sich oft in Magenschmerzen nieder.

Wie wird Chamomilla angewendet?

Chamomilla ist ein homöopathisches Einzelmittel, das als Streukügelchen (Chamomilla-Globuli), Tabletten oder Tropfen erhältlich ist.

Auch viele homöopathische Komplexmittel enthalten die echte Kamille, besonders solche, die in der Kinderheilkunde eingesetzt werden.

Man kann mit Chamomilla D6 Baby- und Kleinkindbehandlungen durchführen. Das Mittel wird dann mehrmals täglich eingenommen. Die Chamomilla-Globuli lässt man unter der Zunge zergehen. Man kann im akuten Krankheitsfall mit halbstündlicher bis stündlicher Einnahme beginnen. Setzt die Besserung ein, werden die Abstände größer. Bei anhaltender Besserung wird die Einnahme beendet.

Chamomilla D12 eignet sich ebenfalls zur Behandlung von akuten Krankheiten. Auch bei einem typischen Chamomilla-Baby kann Chamomilla Zahnen und andere Befindlichkeitsstörungen erträglich machen. Diese Potenz sollte aber nur ein bis zwei Mal täglich eingenommen werden.

Werden Chamomilla-Globuli zur Behandlung von Übellaunigkeit und Wutausbrüchen eingesetzt, wählt man am besten Chamomilla C30 oder Chamomilla D30.

Höhere Potenzen, wie beispielsweise Chamomilla C200, sollten nur nach Verordnung durch einen Homöopathen eingenommen werden. Sie kommen bei schweren akuten Krankheitsverläufen und chronischen Krankheiten zum Einsatz. In beiden Fällen ist von einer Selbstbehandlung abzusehen.

Homöopathische Arzneimittel haben keine Nebenwirkungen, beim Auftreten von Erstverschlimmerungen muss aber die Einnahme von Chamomilla unterbrochen werden. Bei Selbstmedikation sollen sich die Beschwerden rasch bessern.

Typische Chamomilla Anwendungsgebiete

Bauchschmerzen

- Blähungskoliken und krampfartige Bauchschmerzen (besonders bei reizbaren, ärgerlichen Kindern),
- oft ist eine Wange rot und die andere blass
- die Schmerzen kommen besonders morgens und abends

3 Globuli Chamomilla D6 bis zu sechsmal täglich oder 3 Globuli Chamomilla D12 zweimal täglich

Durchfall

- der Durchfall wirkt unverdaut, hat eine grüne Farbe, stinkt nach faulen Eiern
- sehr hilfreich bei Babys, die während des Zahnens Durchfall haben

3 Globuli Chamomilla D6 bis zu sechsmal täglich oder 3 Globuli Chamomilla D12 zweimal täglich.

Ohrenschmerzen

- stechender Schmerz,
oft einseitig
- eine Wange ist rot, die andere blass
- das Kind leidet sehr, ist dabei aber jähzornig und man kann ihm nichts recht machen

3 Globuli Chamomilla D6 bis zu sechsmal täglich oder 3 Globuli Chamomilla D12 zweimal täglich

Reizbarkeit/Wut

- heftige Zornanfälle besonders bei Kindern
- Patienten sind extrem schmerzempfindlich und unruhig
- Kinder wollen herumgetragen werden
- man kann dem Kranken nichts recht machen
- auch für Stillbabys die krank werden, nachdem die Mutter einen Wutanfall hatte

3 Globuli Chamomilla C30 einnehmen, bei Bedarf am nächsten Tag wiederholen oder 3 Globuli Chamomilla D12 zweimal täglich bis zur Besserung

Schlafstörungen

- wach liegen wegen Zorn und Ärger
- besonders gut geeignet für Kinder während des Zahnens, wenn diese reizbar oder ärgerlich sind und herumgetragen werden möchten

3 Globuli Chamomilla C30 vor dem zu Bettgehen einnehmen

Zahnschmerzen

- unerträglich heftige Schmerzen
- eine Gesichtshälfte ist heiß und rot, die andere blass
- besonders schlimm in der Nacht
- schlimmer durch kalte Luft sowie durch warme Speisen oder Getränke
- Patient ist sehr gereizt und unruhig
- Zahnungsschmerzen bei Babys

3 Globuli Chamomilla D6 bis zu sechsmal täglich oder 3 Globuli Chamomilla D12 zweimal täglich

Neuralgien

- Schmerzen von ziehendem oder reißendem Charakter
mit tauben Empfindungen in den betroffenen Körperteilen
- besonders bei Kopf- und Gesichtsneuralgien

3 Globuli Chamomilla C30 einnehmen, dies täglich wiederholen

Regelschmerzen

- heftig, kolikartige Schmerzen in der Gebärmutter
- Blutung oft mit Abgang von dunklen Blutklumpen

3 Globuli Chamomilla D6 bis zu sechsmal täglich oder 3 Globuli Chamomilla D12 zweimal täglich

Stehen die veränderten Blutungen im Vordergrund: Chamomilla C30 vor Beginn der Blutung einnehmen

also
Autor:
Dr. med. Manuela Mai
Quellen:
  • Metzger, J.: Gesichtete homöopathische Arzneimittellehre, Band 2, Haug-Verlag, 12. Auflage, 1999
  • Morrison, R.: Handbuch der homöopathischen Leitsymptome und Bestätigungssymptome, KK Verlag für homöopathische Literatur, 2. Auflage, 1997
  • Kovacs Dr. med., H. et al: Homöopathie So heile ich mich selbst, BLV Buchverlag, 2008
  • Tyler, M.L.: Homöopathische Arzneimittellehre, Burgdorf Verlag, 1993
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