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Cardiospermum

Cardiospermum wirkt bevorzugt auf Haut, Schleimhäute und Gelenke und wird hauptsächlich bei entzündlichen und allergische Hauterkrankungen, Nesselfieber, Ekzemen, Hautjucken, Insektenstichen, Heuschnupfen und Rheumatismus eingesetzt. Lesen Sie hier alles über dieses Mittel, das eine kortisonähnliche Wirkung bei allergischen und rheumatischen Erkrankungen haben soll.

Cardiospermum Cardiospermum Cardiospermum

Was ist Cardiospermum?

Cardiospermum halicacabum heißt auf Deutsch auch Ballonrebe oder Herzrebe. Obwohl die einjährige Kletterpflanze aus der Familie der Seifenbaumgewächse ursprünglich aus dem tropischen und subtropischen Afrika, dem indischen Subkontinent und Amerika stammt, wird sie mittlerweile auch bei uns als Zierpflanze angebaut. Ihre deutschen Namen leiten sich von den orange-braunen, ballonförmigen Kapselfrüchten und dem herzförmigen Fleck auf den schwarzen Samenkörnern ab.

Wie bei allen Seifenbaumgewächsen wird auch die zerquetschte Frucht der Ballonrebe als Seife benutzt. Die grünen Anteile der Pflanze sind essbar. Durch die verschiedenen Inhaltsstoffe der Ballonrebe, besitzt die Pflanze auch eine medizinische Wirkung. Dahinter stecken Saponine, Tannine, Alkaloide und Flavonide, die in ihrer Kombination entzündungshemmend und juckreizstillend sind.

Traditionell wird der Pflanze deshalb bei innerlicher Anwendung eine heilende Wirkung bei Erkrankungen der Atemwege, Rheuma, Störungen von Verdauungstrakt und der ableitenden Harnwege zugesprochen. Auch bei verzögerter oder fehlender Regelblutung sowie zur Anregung von Wehen wird die Pflanze eingesetzt. Auch die äußerliche Anwendung ist zur Juckreiz-Stillung und Entzündungshemmung gebräuchlich.

Um das homöopathische Mittel herzustellen, werden die krautigen Anteile der Pflanze benutzt. Aus diesen wird eine Urtinktur hergestellt, die dann entweder direkt zum Einsatz kommt oder homöopathisch potenziert wird. Cardiospermum gehört zu den neuen homöopathischen Mitteln, die erst seit ungefähr zwanzig Jahren in den Arzneimittellehren beschrieben werden.

Wann wird Cardiospermum eingesetzt?

Zum Hauptanwendungsbereich von Cardiospermum gehören allergische, entzündliche und schuppige Hauterkrankungen, rheumatische und entzündliche Krankheiten des Bewegungsapparates sowie Beschwerden des Verdauungssystems und der Atemwege.

Besonders dann, wenn die Symptome durch den Gebrauch von Medikamenten, Reinigungsmitteln und Chemikalien entstanden sind, soll die Wirkung gut sein. Auch Verbrennungen und Insektenstiche lassen sich möglicherweise mit Cardiospermum lindern.

Typische Krankheiten und Zustände, die gut auf Cardiospermum ansprechen:

Typische Symptome und Beschwerden, die auf Cardiospermum als passendes homöopathisches Arzneimittel hinweisen, sind: 

  • sehr starker Juckreiz
  • gerötete Haut
  • heftige Bewegungsschmerzen bei Gelenkerkrankungen
  • Gelenke geschwollen und die Haut darüber gerötet
  • häufiges Niesen mit Fließschnupfen
  • schuppige Haut mit nässenden Stellen
  • Schwindel mit Erschöpfung
  • Verlangen nach Eiern, Melonen und Limonade
  • Die Beschwerden werden besser:
    - durch leichte Bewegung wie langsames Gehen
  • Die Beschwerden werden schlimmer:
    - nach dem Essen
    - abends und nachts
    - durch Erdbeeren

Diese Symptome können entweder die eigentlichen Krankheitszeichen sein oder die Krankheit begleiten. In jedem Fall weisen sie darauf hin, dass Cardiospermum für den Kranken hilfreich sein kann.

Cardiospermum für Baby und Kind

Bei Babys und Kindern wird Cardiospermum hauptsächlich zur Behandlung von Hautkrankheiten eingesetzt. Neben den Folgen von Insektenstichen und leichten Verbrennungen sind es hauptsächlich Neurodermitis, Nesselsucht und Schuppenflechte, die einen Behandlungsversuch mit der Ballonrebe rechtfertigen. Besonders wenn Sie eine Behandlung der Haut mit Kortison reduzieren oder absetzen möchten, sollten Sie prüfen, ob eine Behandlung mit Cardiospermum-Urtinktur, Salbe oder Globuli hilfreich ist. Die Ballonrebe soll eine Wirkung haben, die der von Kortison ähnlich ist.

Das Gleiche gilt für Kinder, die unter einer Allergie, wie beispielsweise Heuschnupfen leiden. Auch hier soll die Wirkung des homöopathischen Mittels der Wirkung von Kortison so nahekommen, dass die Beschwerden gut beherrschbar werden.

Was charakterisiert den Cardiospermum-Typ?

Cardiospermum ist sehr neu im Repertoire der homöopathischen Mittel. Bisher wurde kein typisches Bild eines Cardiospermum-Typen beschrieben.

Wie wird Cardiospermum angewendet?

Cardiospermum ist der Hauptbestandteil vieler pflanzlicher und homöopathischer Arzneien, die zur Behandlung von juckenden Hautkrankheiten und Hautausschlägen angeboten werden. Es gibt Salben, Cremes, Tinkturen, aber auch Tabletten oder Globuli.

Aber auch als homöopathisches Einzelmittel kann man Cardiospermum sehr gut zur Selbstbehandlung einsetzen. Das homöopathische Einzelmittel wendet man klassisch in Form von kleinen Streukügelchen (Globuli) an. Eine weitere Art es als Einzelmittel einzusetzen, sind homöopathische Tropfen oder Tabletten. Zur äußerlichen und innerlichen Behandlung kann man auch Cardiospermum-Urtinktur kaufen und damit eine Behandlung durchführen.

Üblicherweise wird das Mittel, besonders bei Hautkrankheiten, in niedrigen Potenzen wie Cardiospermum D3 oder D4 angewendet, oft auch in Kombination mit einer mittelhaltigen Salbe oder flüssigen Anwendung. Aber auch alle Potenzen bis Cardiospermum D12 können Sie bedenkenlos selbstständig einnehmen.

Haben Sie an sich oder Ihrem Kind passende Cardiospermum-Symptome festgestellt, beginnen Sie die Selbstbehandlung mit den Potenzen Cardiospermum D3 bis Cardiospermum D6. Um schnell einen Erfolg zu sehen, wiederholen Sie die Gabe von drei Globuli mehrmals täglich. Potenzen bis Cardiospermum D6 können Sie im Akutfall halbstündlich einnehmen, aber insgesamt nicht öfter als zehn Mal in 24 Stunden.

Sind die Beschwerden ausgeprägter, leidet der Kranke besonders oder bestehen die Beschwerden schon länger, greifen Sie am besten zu Cardiospermum D12. Diese Potenz sollten Sie allerdings nicht öfter als sechs Mal am Tag wiederholen.

Im Allgemeinen wird das Mittel zur Behandlung akuter Zustände benutzt. Die konstitutionelle Behandlung einer Allergie oder Hautkrankheit sollte mit anderen homöopathischen Mitteln erfolgen. Deshalb ist es sehr selten, dass dieses Mittel in höheren Potenzen wie zum Beispiel Cardiospermum C30 eingesetzt wird. Dabei handelt es sich dann um schwere Formen der Krankheiten, so dass sie sich nicht für eine Selbstbehandlung eignen. Diese Behandlungen sollte nur nach Verordnung durch einen Homöopathen erfolgen, der den Behandlungsfortschritt engmaschig kontrolliert.

Homöopathische Arzneimittel haben keine Nebenwirkungen, beim Auftreten von Erstverschlimmerungen muss aber die Einnahme von Cardiospermum unterbrochen werden. Bei Selbstmedikation sollen sich die Beschwerden rasch bessern.

Typische Cardiospermum-Anwendungsgebiete

Hautkrankheiten und Hautausschläge:
- Nesselsucht
- Neurodermitis
- Schuppenflechte
- allergische Hautausschläge
- Sonnenallergie

- entzündete und gerötete Haut
- Juckreiz
- teilweise trockenen und schuppige Haut
- teilweise nässende Stellen
- besonders wenn eine allergische Reaktion durch Medikamente, Reinigungsmittel oder andere Chemikalien ausgelöst wurde

3 Globuli Cardiospermum D3 - D6 bis zu zehn Mal täglich oder 3 Globuli Cardiospermum D12 bis zu sechs Mal täglich.

- Milchschorf und Schuppen

- nicht schmerzhafte Schuppung
- teilweise mit aber auch manchmal ganz ohne Juckreiz
- wenn die Schuppen durch ein unverträgliches Shampoo verschlimmert wurden

3 Globuli Cardiospermum D3 - D6 bis zu zehn Mal täglich oder 3 Globuli Cardiospermum D12 bis zu sechs Mal täglich.

Zusätzlich äußerliche Behandlung mit Cardiospermum-Urtinktur oder einer mittelhaltigen Lösung.

Verbrennungen und Insektenstiche

- bei leichten Verbrennungen
- Insektenstiche jucken ungewöhnlich stark

3 Globuli Cardiospermum D6 bis zu zehn Mal täglich oder 3 Globuli Cardiospermum D12 bis zu sechs Mal täglich.

Zusätzlich äußerliche Behandlung mit Cardiospermum-Urtinktur oder einer mittelhaltigen Lösung.

Heuschnupfen und andere Allergien

- Heuschnupfen mit Fließschnupfen und Niesanfällen
- die Atmung ist durch den Schnupfen erheblich beeinträchtigt
- besonders bei Allergien, die durch Medikamente oder Chemikalien ausgelöst wurden

3 Globuli Cardiospermum D6 bis zu zehn Mal täglich oder 3 Globuli Cardiospermum D12 bis zu sechs Mal täglich.

Rheuma und Gelenkentzündungen

- Gelenkentzündungen mit heißer, geröteter Haut und Bewegungsschmerzen
- morgens am schlimmsten, wird im Laufe des Tages zunehmend besser
- besonders bei Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule und der Schultern
- Steifigkeit der Gelenke

3 Globuli Cardiospermum D6 bis zu zehn Mal täglich oder 3 Globuli Cardiospermum D12 bis zu sechs Mal täglich.

Verdauungsbeschwerden

- Durchfall, besonders morgens
- Bauchschmerzen, schlimmer nach dem Essen
- Blähungen

3 Globuli Cardiospermum D3 - D6 bis zu zehn Mal täglich oder 3 Globuli Cardiospermum D12 bis zu sechs Mal täglich.

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Autor:
Dr. med. Manuela Mai
Quellen:
  • Riley, D.: Materia Medica of New and Old Homeopathic Medicines, Springer Verlag, 1. Auflage, Dezember 2011
  • Boericke, W.: Handbuch der homöopathischen Arzneimittellehre, Narayana Verlag, 7. Auflage, Januar 2013
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