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Cantharis

Das homöopathische Mittel Cantharis wird hauptsächlich bei stark brennenden Schmerzen eingesetzt. Am bekanntesten ist seine Wirkung gegen Harnwegsinfekte, die mit eben diesen brennenden Schmerzen beim Wasserlassen einhergehen. Das Mittel eignet sich aber auch zur Milderung von Hautreizungen, die durch Verbrennungen, Verbrühungen oder Sonnenbrand entstehen. Darüber hinaus gibt es noch andere Möglichkeiten, Cantharis einzusetzen. Lesen Sie hier alles, was Sie über dieses Mittel wissen sollten.

Cantharis Cantharis Cantharis

Was ist Cantharis?

Cantharis vesicatoria ist ein Insekt, das man auch spanische Fliege nennt. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine Fliege, sondern um einen Käfer aus der Familie der Meloidae (Ölkäfer), der in Südeuropa und im afrikanischen Mittelmeerraum lebt. Der ausgewachsene Käfer wird bis zu zwei Zentimeter groß und hat eine grünmetallisch schillernde Farbe.

Fühlen sich die Käfer angegriffen, sondern sie ein übelriechendes, giftiges und stark hautreizendes Sekret ab, das in großen Mengen das Stoffwechselprodukt Cantharidin enthält. Schon Hippokrates benutzte sogenannte Cantharidenpflaster, um starke, blasenbildende Hautreizungen zu verursachen. Auf diese Art und Weise sollten Entzündungen und Vergiftungen nach außen abgeleitet werden.

Bekannter ist aber die Anwendung der spanischen Fliege als gleichnamiges Potenzmittel. Eigentlich war es die harntreibende Wirkung des Pulvers aus zerstoßenen Käfern und die entzündungshemmende Wirkung auf die Harnblase, die ausgenutzt werden sollte. Die heftige Reizung der Harnwege durch die spanische Fliege führt jedoch zu heftigen Erektionen. Um diese Steigerung der Potenz zu erreichen, nahmen Männer seit der Antike die Gefahr von Lebervergiftungen, Kreislaufkollaps und Nierenversagen in Kauf.

Eine Vergiftung mit Cantharidin kann in Extremfällen innerhalb von 24 Stunden zum Tod führen. Diese giftige Wirkung machten sich in der Vergangenheit Giftmörder zu Nutze, auch bei Hinrichtungen wurde das Gift des Ölkäfers verwendet.

Um das homöopathische Mittel herzustellen, wird der getrocknete Käfer zerstoßen, mit Milchzucker zu Pulver verrieben und dann potenziert. Auf diese Weise enthalten niedrige homöopathische Potenzen geringe Mengen an Cantharidin. Die Potenzen Cantharis D1 bis D3 sind daher verschreibungspflichtig.

Wann wird Cantharis eingesetzt?

Das charakteristische Merkmal von Beschwerden, bei denen Cantharis helfen könnte, sind brennende Schmerzen. Diese treten hauptsächlich bei entzündlichen Erkrankungen der Schleimhäute (insbesondere der Harnwege, aber auch des Verdauungstraktes und der Atemwege) und bei starken Hautreizungen mit Blasenbildung auf.

Typische Krankheiten und Zustände, die gut auf Cantharis ansprechen:

Typische Symptome und Beschwerden, die auf Cantharis als passendes homöopathisches Arzneimittel hinweisen, sind:

  • Nervosität, Unruhe, Reizbarkeit
  • starke Schmerzen, die stechend, schneidend und brennend sind
  • heftige Entzündungen der Schleimhäute
  • Hautreizung mit Blasenbildung und Juckreiz
  • Krämpfe im Magen-Darmtrakt und den ableitenden Harnwegen
  • häufiger, schmerzhafter Harndrang
  • Urin geht nur tröpfchenweise ab
  • Urin kann blutig sein
  • Beschwerden treten plötzlich und heftig auf
  • großer Durst
  • Die Beschwerden werden besser:
    - durch Ruhe
    - durch Wärme
  • Die Beschwerden werden schlimmer:
    - durch Bewegung
    - durch Berührung
    - durch Getränke, insbesondere Kaffee
    - beim Urinieren

Diese Symptome können entweder die eigentlichen Krankheitszeichen sein oder die Krankheit begleiten. In jedem Fall weisen sie darauf hin, dass Cantharis dem Kranken helfen könnte.

Cantharis für Baby und Kind

Wenn Ihr Kind eine Krankheit hat, die mit Cantharis positiv beeinflusst werden kann, wird es sich sehr elend fühlen und stark leiden. Es reagiert schnell überempfindlich und gereizt, meist aufgrund brennender Schmerzen. Zusätzlich ist es ruhelos und aufgewühlt und kann manchmal nicht schlafen.

Cantharis-Kinder haben oft Harnblasenentzündungen, die sich in einem starken und pausenlosen Harndrang äußern. Sehen Sie solche Beschwerden bei Ihrem Kind und kommt dann noch ein Brennen beim Wasserlassen hinzu, sollten Sie schnell einen Behandlungsversuch mit der spanischen Fliege starten. Aber auch bei brennenden Schmerzen bei einer Halsentzündung oder starkem Brennen an anderen Körperstellen, könnte das Mittel helfen.

Wenn die Haut Ihres Kindes durch einen Sonnenbrand, eine Verbrennung oder Verbrühung in Mitleidenschaft gezogen wurde, sollten Sie schnell handeln. Bei allen Verbrennungen ersten und zweiten Grades, insbesondere wenn es zu Blasenbildung kommt, können Sie schon vor dem Arztbesuch mit einer Gabe Cantharis die Heilung der Haut unterstützen. Zusätzlich können Sie die Haut mit Wasser kühlen, in dem Sie einige Globuli aufgelöst haben.

Was charakterisiert den Cantharis-Typ?

Dem Cantharis-Typ wird eine gewisse Neigung zu Wutanfällen und eine große Reizbarkeit zugeschrieben. Er soll auch sehr fixiert auf seine Genitalien und sexuell hochgradig erregbar sein. Außerdem wird eine Furcht vor Spiegeln und anderen Gegenstanden die Licht reflektieren beschrieben.

Hat der Cantharis-Typ Schmerzen, sollen diese immer brennend sein. Während einer Krankheit ist er dann ruhelos, ängstlich und weinerlich. Er empfindet seine Schmerzen als extrem schlimm.

Den Homöopathie-Typ eines Menschen erfasst man für die sogenannte Konstitutionsbehandlung anhand körperlicher und geistiger Eigenschaften. Das Konstitutionsmittel ändert sich im Laufe des Lebens nicht und kann bei allen Beschwerden eingesetzt werden. Man variiert dann nur die Potenzen und Dosierungen. Die reine Konstitutionsmittel Homöopathie ist umstritten.

Wie wird Cantharis angewendet?

Das homöopathische Einzelmittel wendet man klassisch in Form von kleinen Streukügelchen (Globuli) an. Eine weitere Art es als Einzelmittel einzusetzen, sind homöopathische Tropfen oder Tabletten.

Aufgrund der besonderen Wirkung der Cantharis-Homöopathie an der Harnblase findet man es in sehr vielen homöopathischen Kombinationsmitteln, die zur Behandlung von Blasenentzündungen angeboten werden. Diese kann man als Tabletten, Globuli oder Tropfen kaufen. Ebenso gibt es eine Reihe homöopathischer Dilutionen und Tinkturen, die zur äußerlichen Behandlung von Hautreizungen geeignet sind.

Um eine Selbstbehandlung durchzuführen, benutzen Sie aber am besten das homöopathische Einzelmittel. Cantharis kommt in den allermeisten Fällen bei akuten Krankheiten zur Anwendung. Haben Sie an sich oder Ihrem Kind passende Symptome wie beispielsweise die typische Cantharis-Blase festgestellt, beginnen Sie die Selbstbehandlung mit Cantharis D6 oder Cantharis D12. Um schnell einen Erfolg zu sehen, wiederholen Sie die Gabe von drei Globuli mehrmals täglich. Cantharis D6 können Sie im Akutfall halbstündlich einnehmen, aber insgesamt nicht öfter als zehn Mal in 24 Stunden.

Sind die Beschwerden ausgeprägter, leidet der Kranke besonders oder bestehen die Beschwerden schon länger, greifen Sie am besten zu Cantharis D12. Diese Potenz sollten Sie allerdings nicht öfter als sechs Mal am Tag wiederholen. In vielen Fällen ist es wichtig, die Behandlung schnell zu beginnen. Besonders bei Verbrennungen und Verbrühungen kann es die spätere Heilung gut unterstützen, wenn Sie beispielsweise auf dem Weg zum Arzt zwei Globuli Cantharis C30 oder Cantharis D30 einnehmen. In solchen Notfällen ist die höhere Potenz sinnvoll.

Es gibt auch selten Fälle, in denen das Mittel in höheren Potenzen eingesetzt wird, wie beispielsweise Cantharis C30 oder Cantharis C200. Dabei handelt es sich dann aber um häufig wiederkehrende Krankheiten oder psychische Veränderungen, die sich nicht für eine Selbstbehandlung eignen. Diese Behandlungen sollten aber von einem ausgebildeten Homöopathen durchgeführt werden.

Homöopathische Arzneimittel haben keine Nebenwirkungen, beim Auftreten von Erstverschlimmerungen muss aber die Einnahme von Cantharis unterbrochen werden. Bei Selbstmedikation sollen sich die Beschwerden rasch bessern.

Typische Cantharis-Anwendungsgebiete

Bronchitis

- Brennen im Kehlkopf
- trockener, bellender, krampfartiger Husten durch Kitzeln im Hals
- Heiserkeit
- dicker Schleim, der nur mühsam ausgeworfen werden kann

Drei Globuli Cantharis D6 bis zu zehn Mal täglich oder drei Globuli Cantharis D12 bis zu sechs Mal täglich.

Halsschmerzen / Angina

- heftiges Brennen in Mund und Rachen
- teilweise mit Bläschenbildung
- krampfhaftes Zusammenschnüren beim Schlucken

Drei Globuli Cantharis D6 bis zu zehn Mal täglich oder drei Globuli Cantharis D12 bis zu sechs Mal täglich.

Bei eitrigen Auflagen unbedingt zum Arzt gehen.

Entzündungen der Harnwege

- brennende Schmerzen im Blasenbereich
- starker Harndrang, es kommen aber immer nur wenige Tropfen
- brennende Schmerzen während des Wasserlassens
- manchmal Blut im Urin
- bei einer Nierenbeckenentzündung: schießende oder schneidende Schmerzen von den Nieren bis zur Harnröhre
- auch bei Blasenentzündungen in der Schwangerschaft

Drei Globuli Cantharis D6 bis zu zehn Mal täglich oder drei Globuli Cantharis D12 bis zu sechs Mal täglich.

Bei Schmerzen im Bereich der Nieren auf alle Fälle zum Arzt gehen!

Verbrennung / Verbrühung

- Verbrennungen ersten und zweiten Grades
- auch bei Blasenbildung

Falls möglich zwei Globuli Cantharis C30 oder D30 direkt nach dem Unfall.

Danach drei Globuli Cantharis D12 zweimal täglich. Eine Woche lang wiederholen.

Unterstützend kann man Auflagen mit Cantharis Tinktur oder Wasser mit aufgelösten Cantharis Globuli machen.

Nach Möglichkeit die Behandlung beginnen, bevor sich Blasen bilden.

Sonnenbrand

- heiße, brennende Haut
- mit und ohne Blasenbildung

Drei Globuli Cantharis D12 zwei Mal täglich, bis die Rötung verschwunden ist.

Unterstützend kann man Auflagen mit Cantharis Tinktur oder Wasser mit aufgelösten Cantharis Globuli machen.

Nach Möglichkeit die Behandlung beginnen, bevor sich Blasen bilden.

Gürtelrose

- Schmerzen wie bei einer Verbrennung
- große, teilweise zusammenfließende Blasen
- starker Juckreiz
- besser durch kalte Auflagen

Drei Globuli Cantharis D12 zwei Mal täglich. Bei Bedarf wiederholen, bis die Blasenbildung aufgehört hat.

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Autor:
Dr. med. Manuela Mai
Quellen:
  • Metzger, J.: Gesichtete homöopathische Arzneimittellehre, Band 1, MVS Medizinverlage Stuttgart; Auflage: 12, Oktober 2005
  • Morrison, R.: Handbuch der homöopathischen Leitsymptome und Bestätigungssymptome, KK Verlag für homöopathische Literatur, 2. Auflage, 1997
  • Boger, C.M.: Synoptic Key: Charakteristika und Hauptwirkungen homöopathischer Arzneimittel, Narayana Verlag, 2016
  • Kovacs Dr. med., H. et al: Homöopathie: So heile ich mich selbst, BLV Buchverlag, 2008
  • Deutscher Zentralverband homöopathischer Ärzte: www.homoeopathie-online.info/ (Abruf: 03.03.2017)
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