Trennkost

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Carola Felchner

Carola Felchner ist freie Autorin in der e-happiness-Medizinredaktion und geprüfte Trainings- und Ernährungsberaterin. Sie arbeitete bei verschiedenen Fachmagazinen und Online-Portalen, bevor sie sich 2015 als Journalistin selbstständig machte. Vor ihrem Volontariat studierte sie in Kempten und München Übersetzen und Dolmetschen.

Unter Trennkost versteht man Ernährungsformen, bei denen protein- und kohlenhydratreiche Lebensmittel getrennt verzehrt werden. Zudem soll durch die gezielte Auswahl an Lebensmitteln das Säure-Basen-Gleichgewicht im Körper optimiert werden. Es gibt verschiedene Formen der Trennkost-Diät, der Klassiker ist die sogenannte Haysche Kost. Lesen Sie hier, ob das Prinzip Trennkost beim gesunden Abnehmen hilft.

Trennkost

Was ist Trennkost?

Die klassische Trennkost nach Dr. Hay geht auf den amerikanischen Arzt, Dr. Howard Hay, zurück. Er entwickelte diese Diätform zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie basiert auf dem Verbot, eiweiß- und kohlenhydratreiche Lebensmittel zusammen in einer Mahlzeit zu essen. Die Theorie dahinter: Die menschlichen Verdauungsorgane könnten diese Nährstoffe nicht optimal verwerten, wenn sie dem Körper gleichzeitig (also in einer Mahlzeit) zugeführt werden. Durch diese Trennung von eiweißreichen und kohlenhydratreichen Lebensmitteln sollen überschüssige Säuren im Körper abgepuffert werden, die zu Übergewicht und Beschwerden wie Diabetes-Typ-2 oder Bluthochdruck führen.

In Deutschland wurde die Trennkost-Diät durch den Arzt Ludwig Walb bekannt. Es gibt inzwischen verschiedene Formen, etwa eine vegetarische Variante oder die Insulin-Trennkost. Anders als herkömmliche Diäten soll die Trennkost als lebenslange Ernährungsumstellung beibehalten werden.

So funktioniert Trennkost

Laut Hay ist es optimal, sich morgens und abends kohlenhydratreich zu ernähren; mittags soll vor allem Eiweiß gegessen werden. Generell verboten sind Hülsenfrüchte, da sie viel Eiweiß, aber auch Kohlenhydrate enthalten. Schweinefleisch ist ebenfalls tabu.

Mahlzeiten laut Trennkost-Plan sollen zu 70 Prozent aus basenbildenden Lebensmitteln (Salat, Gemüse, Obst) bestehen. Die restlichen 30 Prozent sollen entweder proteinreiche oder kohlenhydratreiche Nahrung sein. Fette gehören zur neutralen Gruppe und dürfen mit allen Lebensmitteln kombiniert werden.

Eine weitere Regel: Es sollte ballaststoffreich gegessen werden (Vollkorn), damit der Speisebrei nicht so lange im Darm verweilt und zu gären beginnt. Ein Trennkost-Frühstück könnte also beispielsweise ein Vollkornbrot mit Honig sein. Gerichte wie Spaghetti Bolognese (Kohlenhydrate und Protein) sind dagegen vom Speiseplan gestrichen.

Laut Trennkost-Tabelle sind unter anderem folgende Lebensmittel erlaubt:

  • Vollkorn
  • Naturreis
  • Kartoffeln
  • Honig, unraffinierter Zucker
  • kalt gepresstes Lein-, Oliven- und Weizenkeimöl
  • Gemüse
  • Nüsse
  • Kräuter
  • Fleisch, Fisch, Milch, Käse, Eier
  • (Trocken-)Obst

Nicht empfohlen werden hingegen:

  • Weißmehl
  • polierter Reis
  • weißer Zucker
  • Hülsenfrüchte (getrocknet)
  • gehärtete Fette
  • Fertigprodukte
  • Schwarzer Tee, Kaffee, Kakao
  • Essigessenz, Pfeffer, Senf

Das bringt Trennkost

Eine wissenschaftliche Grundlage für die Trennkost nach Hay gibt es nicht. Niemand bestreitet heute mehr ernsthaft, dass die Verdauungsorgane Eiweiß und Kohlenhydrate gleichzeitig gut abbauen und verwerten können. Ohnehin findet sich in den meisten Lebensmitteln beides, begonnen mit der Muttermilch.

Auch eine Übersäuerung des Organismus ist nicht möglich, da der Säure-Basen-Haushalt im Körper durch Puffersysteme im Gleichgewicht gehalten wird.

Die Pluspunkte: Tatsächlich kann die Haysche Trennkost beim Abnehmen helfen, da sie viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte empfiehlt und den Fleischkonsum einschränkt. Es werden genügend Ballaststoffe sowie Mikro- und Makronährstoffe aufgenommen, was insgesamt gesund ist.

Außerdem müssen sich die Abnehmwilligen bewusst mit der Ernährung auseinandersetzen - dank der Vorgaben der Trennkost wie der Differenzierung zwischen erlaubten, neutralen und verbotenen Lebensmitteln.

Hinweis: Da stets frische Lebensmittel eingekauft und zubereitet werden sollen, ist mit einem höheren Zeit- und Kostenaufwand zu rechnen.

Risiken der Trennkost

Gesundheitliche Risiken sind bei der Trennkost nach Hay nicht zu befürchten. Andere Trennkost-Konzepte sollten dagegen nicht dauerhaft angewendet werden.

Ob eine überwiegend basenreiche Kost die Ansammlung von Säuren im Bindegewebe verhindert und dadurch Zivilisationskrankheiten vorbeugen kann, ist nach aktuellem Kenntnisstand offen. Auch für ein Verkleben der Darmschleimhaut durch Milchprodukte gibt es keine wissenschaftlichen Belege.

Trennkost: Fazit

Die Trennkost ist nur etwas für Menschen, die gern und diszipliniert Regeln befolgen. Eine wissenschaftliche Begründung, Eiweiß und Kohlenhydrate zu trennen, gibt es nicht. Wer mit Trennkost abnimmt, schadet seiner Gesundheit jedoch nicht.

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