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Schilddrüsenwerte

Von 
und , Ärztin
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Mithilfe der Schilddrüsenwerte (TSH, T3 und T4) kann man prüfen, ob die Schilddrüsenfunktion gestört ist. T3 und T4 werden in der Schilddrüse gebildet. Ihre Bildung ist abhängig von der Jodversorgung. Das TSH wird von der Hirnanhangdrüse ins Blut abgegeben, um die Produktion der Schilddrüsenhormone zu regulieren. Lesen Sie mehr über die Schilddrüsenwerte und die Bedeutung veränderter Messwerte!

Was sind Schilddrüsenwerte?

Die Hormonproduktion der Schilddrüse wird in einer Wechselbeziehung mit der Hirnanhangdrüse dem jeweiligen Bedarf angepasst. Die Schilddrüsenwerte im Blut zeigen deshalb nicht nur an, wie die Schilddrüse selbst arbeitet, sondern auch, ob und wie gut der Regelkreis funktioniert.

Man unterscheidet zwischen dem in der Hirnanhangdrüse produzierten TSH („zentraler Schilddrüsenwert“, Thyreotropin) und den in der Schilddrüse produzierten Hormonen T3 und T4 („periphere Schilddrüsenwerte“).

TSH-Wert

TSH (Thyreotropin) wird von der Hirnanhangdrüse ausgeschüttet und gelangt mit dem Blut zur Schilddrüse. Es regt dort die Jodaufnahme und die Produktion von T4 und T3 an. Steigt die Konzentration dieser beiden Schilddrüsenhormone im Blut an, sinkt die Bildung von TSH, weil die Schilddrüse weniger stimuliert werden muss. Hirnanhangdrüse und Schilddrüse stehen so in einer Wechselbeziehung.

Mehr über dieses lesen Sie im Beitrag TSH-Wert!

T3 und T4

T3 (Triiodthyronin) und T4 (Thyroxin, L-Thyroxin) sind im Blut zum größten Teil an sogenannte Transportproteine gebunden. Allerdings kann nur ungebundenes, also „freies“ T3 und T4 (präzise Bezeichnung: fT4 und fT3) im Körper als Botenstoff wirken. Dabei ist fT3 ist das wirksamere der beiden Schilddrüsenhormone. T4 dient vor allem als Vorstufe (Prohormon) für T3. Es wird in den Körperzellen bedarfsabhängig in T3 umgewandelt.

Die biologische Halbwertszeit von T3 beträgt etwa 19 Stunden: Nach dieser Zeitspanne ist die Hälfte der ursprünglichen Hormonmenge abgebaut. Dagegen hat T4 eine biologische Halbwertszeit von etwa 190 Stunden. Zudem zirkuliert im Blut ungefähr dreimal so viel T4 wie T3.

Wirkung von T3 und T4

Schilddrüsenhormone steuern auf vielfache Weise den Stoffwechsel, indem sie in den Körperzellen auf die Synthese verschiedener Eiweißstoffe Einfluss nehmen. Außerdem fördern sie in bestimmten Organen die Hormonausschüttung, zum Beispiel in der Bauchspeicheldrüse und der Nebenniere. Im Kindesalter sind die Schilddrüsenhormone für Wachstum und Hirnentwicklung von großer Bedeutung. Zusammengefasst sind die wichtigsten Wirkungen der Schilddrüsenhormone folgende:

  • Steigerung der Stoffwechselaktivität in Ruhe (Grundumsatz) und damit des Sauerstoffverbrauchs
  • Förderung der Eiweißsynthese, des Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsels
  • Regelung des Wärmehaushalts und der Körpertemperatur
  • Verstärkung der Wirkungen der Stresshormone Noradrenalin und Adrenalin (Herzfrequenz und Blutdruck steigen und das Herz schlägt schneller)
  • Förderung des  Wachstums, vor allem des Nerven- und Skelettsystems in der Embryonal- und Kindesentwicklung
  • Steigerung der  Cholesterin-Ausscheidung

Wann werden die Schilddrüsenwerte bestimmt?

Bestimmt werden die Schilddrüsenhormone bei folgenden Fragestellungen:

  • Liegt eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Schilddrüsenüberfunktion vor?
  • Ist bei einer Über- oder Unterfunktion der hormonelle Regelkreis mit der Hirnanhangdrüse gestört?
  • Liegt eine Unterfunktion der Hirnanhangdrüse vor?
  • Ist die Schilddrüse entzündet?
  • Wird eine Schilddrüsenunterfunktion mit den richtigen Hormonmengen behandelt?

Des Weiteren wird vor jeder Operation (Narkoseverträglichkeit!) sowie vor jeder radiologischen Untersuchung mit jodhaltigen Kontrastmitteln das TSH bestimmt. Dieser Wert allein reicht hier in der Regel aus, weil er sich bei Störungen der Schilddrüsenfunktion ebenfalls ändert.

Blutwerte: Schilddrüse und Hirnanhangdrüse

Bei Erwachsenen gelten folgende Schilddrüsen-Normalwerte:

Schilddrüsenwert

Normalwert (Blutserum)

TSH-basal

0,27 - 4,2 µlU/ml

freies T3 (fT3)

3,4 - 7,2 pmol/l

Gesamt-T3

0,52 - 2,05 µg/l

freies T4 (fT4)

0,73 - 1,95 ng/dl

Gesamt-T4

43 - 111 ng/ml

Bei Kindern gelten altersabhängig andere Normwerte.

Wann sind die Schilddrüsenwerte erhöht oder erniedrigt?

Normale Schilddrüsenwerte sprechen für eine normal funktionierende Schilddrüse und einen intakten Regelkreis. Veränderte Werte liegen vor allem dann vor, wenn die Schilddrüse zu wenig oder zu viel Schilddrüsenhormone produziert.

Manchmal produziert aber auch die Hirnanhangdrüse unzureichend Thyreotropin (und andere Hormone). Man spricht dann von einer Hirnanhangdrüsen-Insuffizienz. Sehr selten kann ein Tumor in der Hirnanhangdrüse auch zu viel Thyreotropin produzieren. Ist der TSH-Wert verändert, bestimmt man auch T3 und T4. Dabei ergeben sich bei verschiedenen Krankheiten jeweils typische Konstellationen der Schilddrüsenwerte:

Thyreotropin erhöht, T3 und T4 erniedrigt:
Diese Konstellation spricht für eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Werte von T3 und T4 sind erniedrigt, weil die Schilddrüse zu geringe Mengen der beiden Hormone produziert. Als Reaktion darauf versucht die Hirnanhangdrüse mit einer erhöhten Ausschüttung von Thyreotropin die Schilddrüsenfunktion zu steigern. Eine Schilddrüsenunterfunktion tritt hauptsächlich bei autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen (wie Hashimoto-Thyreoditis) auf.

Thyreotropin erniedrigt, T3 und T4 erhöht:
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) sind die peripheren Schilddrüsenwerte zu hoch. Deshalb versucht die Hirnanhangdrüse mit einer gedrosselten TSH-Produktion gegenzusteuern. Erhöhte T3- & T4-Werte treten bei folgenden Erkrankungen auf:

  • Morbus Basedow oder Schilddrüsenentzündungen im akuten Schub
  • autonom hormonproduzierendes Schilddrüsenadenom („heißen Knoten“ )
  • Schilddrüsenvergrößerung (Struma, "Kropf")

Thyreotropin erniedrigt, T3 und T4 erniedrigt:
Diese Werte-Konstellation weist auf die seltene Unterfunktion der Hirnanhangdrüse hin. Sie müsste eigentlich mehr Thyreotropin bilden, wenn T3 und T4 zu niedrig sind. Bei einer Hirnanhangdrüsen-Unterfunktion ist das jedoch nicht möglich.

Achtung: Veränderte Schilddrüsenwerte werden nicht immer durch eine Erkrankung, sondern manchmal auch durch bestimmte Medikamente verursacht. So kann etwa die TSH-Ausschüttung durch den Gerinnungshemmer Heparin reduziert und durch bestimmte Wirkstoffe gegen psychiatrische Erkrankungen (wie Haloperidol) gesteigert werden.

Veränderte Schilddrüsenwerte: Was tun?

Wenn ein Schilddrüsenwert oder mehrere Schilddrüsenwerte verändert sind, sollte ein Endokrinologe (Facharzt für Hormonerkrankungen) weitere Untersuchungen einleiten, um die Ursache zu ergründen.

Meistens wird zunächst eine Sonographie (Ultraschall-Untersuchung) der Schilddrüse durchgeführt, um deren Struktur genauer zu begutachten. Dabei lassen sich Veränderungen von Größe und Beschaffenheit aufdecken. Durch eine sogenannte Szintigrafie kann zudem die Stoffwechselaktivität der Schilddrüse bestimmt werden. Manchmal muss die Schilddrüse auch punktiert werden, um eine Gewebeprobe zu gewinnen – beispielsweise bei Krebsverdacht.

Wurde die Ursache der veränderten Schilddrüsenwerte gefunden, kann in vielen Fällen eine Therapie mit Medikamenten begonnen werden.  

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